Der präfrontale Kortex ist die jüngste Struktur des menschlichen Gehirns — und die empfindlichste.
Er macht möglich, was den Menschen ausmacht: sich selbst erkennen, das eigene Handeln überblicken, sich um etwas anderes sorgen als um sich. Er ist zugleich der Teil, der unter Stress, Angst, Schmerz und Erschöpfung als erstes schlechter arbeitet. Wer einmal unter Druck etwas getan hat, das er hinterher selbst nicht verstand, kennt das von innen.
Das ist keine Metapher, sondern der Grund für die Arbeitsweise dieser Praxis. Wer einen Menschen stabilisiert, stabilisiert genau die Fähigkeit, mit der er sich selbst und seine Umgebung überblickt. Was in einer Sprechstunde geschieht, endet nicht an der Praxistür.
Und diese Struktur ist jung. Sie ist nicht fertig, sondern formbar — das ist die gute Nachricht und die Dringlichkeit zugleich. Deshalb ist die ärztliche Sprechstunde für mich der wirksamste Hebel, den ich kenne: der Ort, an dem ein einzelner Mensch tatsächlich stabiler werden kann.